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Forum haGalil - Board A » MITTELEUROPA UND DIE WELT » War nur "gut gemeint": Österreichischer Abt sehnt sich nach Nazi-Gemeinschaft « Previous Next »

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Archivieren bis zum 12. Juni 2001Claudia14 06-12-01  07:20 pm
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Mm207

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Posted on Wednesday, June 13, 2001 - 10:34 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Claudia,

Du bist nicht verantwortlich für die Dumm- und Frechheiten, die ein Abt Bergmair oder ein Haider oder wer auch immer erzählen. Und natürlich und G'tt sei Dank gibt es auch in Österreich vernünftige, klar denkende Menschen, denen die "ehrbaren Bürger" mit ihren "ehrbaren Ansichten" vom Stile des Herrn Karl ein Gräuel sind. Überhaupt: Schade, dass der Qualtinger nicht mehr lebt, oder der Thomas Bernhard, wie hätten sie sich gefreut (eine gallebittere Freude wär's allerdings) über des Abtes Lebensweisheiten...

Olav fragt, wie es weitergeht, und Du sagst es: gar nichts geht weiter. Eine schnelle Entschuldigung für die "missverstandenen" Äußerungen und das war's. Nur ja keine neuen, unangenehmen Diskussionen, scheint allenthalben das Motto zu sein. Denn dann müsste man logischerweise nach des geistlichen Herrn Menschen- und Weltbild fragen und dann könnte es sein, dass das Erschrecken noch viel größer wird. Also lieber schnell den Deckel drauf und Ende der Diskussion.
Das war mal wieder ein interessantes Lehrstück.

Grüße
Monika
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Schwarzmann

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Posted on Wednesday, June 13, 2001 - 12:37 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@monika
Du hast völlig recht.
Das ...Deckel drauf und zu... Prinzip ist sicherlich Verantwortlich für
den rechten äusseren Rand. Halbwahrheiten und Vorurteile prägen das Bild vom "Dritten Reich".

Leider leisten auch die deutschen Juden ihren Beitrag dazu. Jegliche Kritik am ZdJ und an Israel führt zur Verurteilung als "Rechtsextremist". Das Stellen unangenehmer Fragen führt zur Festellung ...böser Demagoge...(Fred).

Was die Äusserungen des Abts betrifft, gibt es eigentlich nichts zum missverstehen. Wer für Führer, Volk und Vaterland marschiert...
Dieses Statement ist weder Dummheit noch Frechheit, sonderen eine klare Solidaritätserklärung an die NSDAP! Wie das mit den christlichen Prinzipien vereinbar ist, wundert mich schon. Gut das ich aus dieser Kirche ausgetreten bin.
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Mm207

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Posted on Thursday, June 14, 2001 - 09:21 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Leider leisten auch die deutschen Juden ihren Beitrag dazu. Jegliche Kritik am ZdJ und an Israel führt zur Verurteilung als "Rechtsextremist". Das Stellen unangenehmer Fragen führt zur Festellung ...böser Demagoge...

Jegliche Kritik?

Oder eine bestimmte Art von Kritik, die israelische Politik und die Solidarität von Juden in Deutschland oder anderswo mit dem Staat Israel gleichsetzt und daraus die logischen Fehlschlüsse zieht, (1) Juden (pauschal alle) befürworteten die politischen Fehler Israels und (2) seien deshalb für den alten und neuen Anti-Semitismus und Anti-Judaismus selbst verantwortlich? Übrigens: Vor allem Letzteres ist ein uraltes antisemitisches Stereotyp.

Dass der Zentralrat der Juden in Deutschland, dass jüdische Gemeinden usw. sich mit Israel solidarisch erklären, dass sie ihre große Besorgnis ausdrücken, zumal in diesen schweren Zeiten, dass sie zu Unterstützung aufrufen und Ähnliches mehr, wer könnte das nicht verstehen. Das ist doch selbstverständlich.

Abgesehen von dieser grundsätzlichen Position ist das Meinungsspektrum so groß wie es nur sein kann, innerhalb Israels wie auch außerhalb. Die schärfsten Kritiker der israelischen Besatzungspolitik stammen doch aus Israel selbst. Uri Avnery ist nur einer von vielen. Dass sie im Moment argumentativ einen besonders schweren Stand haben, ist nun wahrhaftig nicht ihre Schuld.

Lies mal beispielsweise im haGalil-Archiv die zum Teil sehr kritischen Kommentare jüdischer Autoren nach, z.B. diesen hier von Gush Shalom: WHY WASTE LIVES?
Von einer einseitigen Parteinahme für die "Falken" in Israel kann doch keine Rede sein.

Könnte es sein, dass Du nur Bestätigung für längst vorhandene Vorurteile suchst?

Monika
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Olavschroeer

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Posted on Thursday, June 14, 2001 - 10:31 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Tja, und da gibt es noch viele andere Namen zu nennen, wie z.B. Baruch Kimmerling, Moshe Zuckermann, Moshe Zimmermann und und und ... In der jungle world-Ausgabe vom 23. Mai gab es ein interessantes Dossier:

TICKET NACH ISRAEL

mit Beiträgen von Stefan Vogt (Ticket nach Israel. Ein giftiges Gemisch), Moshe Zuckermann (Deutsche Befindlichkeiten), Thomas Ebermann (Volle Kanüle dagegen) und Thomas von der Osten-Sacken (Tschechow oder Shakespeare: Der Nahost-Konflikt dient der deutschen Linken vor allem als Projektionsfläche der eigenen Debatten. Wenn sie von Israel spricht, drückt sie ihr Verhältnis zur deutschen Geschichte, zum Antisemitismus und zu Auschwitz aus.)

Kramen Sie, Herr Schwarzmann, doch einfach schnell mal in der Les-Bar! Der Stichtag war der 23. Mai.
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Schwarzmann

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Posted on Thursday, June 14, 2001 - 01:17 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@monika
Du hast Recht, hagalil veröffentlicht ein sehr breites Spektrum der Politik in Israel. Auch die meisten Forenteilnehmer sind auch nicht "auf-einer-Linie" mit der derzeitigen Politik und fordern zum Beispiel einen Rückzug aus den besetzten Gebieten. Trotzdem sind viele schnell mit der Bezeichnung "Rechtsradikaler".
Es gibt auch noch genug "heilige Kühe" in Bezug auf Deutschland, über die nicht gesprochen wird.

Anderes Thema:
Wenn der ZdJ vor 1 Woche veröffentlicht, er werde Israel unterstützen, muss dann nicht angenommen werden, dass er die derzeitige Regierung unterstützt und deren Interessen, nicht die der Oppostion in Deutschand vertreten sollte?

Vieleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Das auch die nicht-israelischen Juden sich mit Israel solidarisch erklären ist verständlich. Sicherlich haben viele Verwandte oder Bekannte dort. Aber gerade jetzt, mit der derzeitigen Regierung, eine pauschale, unbeschränkte Solidaritätserklärung zu liefern???


@olavschroeer
danke für die Links. Zusammenfassend muss ich sagen, das die Artikel an "heiligen Kühen" festhalten. Das gerade habe ich mit ...jeglicher Kritik... gemeint. Wir leben im nächsten Jahrtausend! Der aufkeimende Antisemitismus im speziellen basiert doch genau darauf. Verstehen Sie mich nicht falsch, an den Verbrechen der Nazis gibt es nichts zu beschönigen. Warum sollten Sie aber "singular" sein? Warum muss Deutschland im Kontext des Holocaust gemessen werden? ...und vieles mehr.
Leider ist es aber "political uncorrect" diese Fragen zu stellen. Die einzigen, die solche Fragen beantworten sind die "Rechtsextremisten", natürlich auf Ihre Weise. Denken Sie, dass das so bleiben soll? Sollen sich nicht alle Parteien und Vereinigungen auch den unangenehmen Fragen stellen?
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Olavschroeer

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Posted on Thursday, June 14, 2001 - 01:47 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Thema KONTEXTUALISIERUNG

Die Frage der Kontextualisierung wird gerade bei dieser neuen Sammelbandpublikation Remembering for the Future. The Holocaust in an Age of Genocide. Hg. von John K. Roth, Elisabeth Maxwell erörtert.
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Mm207

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Posted on Thursday, June 14, 2001 - 02:19 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Vieleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Das auch die nicht-israelischen Juden sich mit Israel solidarisch erklären ist verständlich. Sicherlich haben viele Verwandte oder Bekannte dort. Aber gerade jetzt, mit der derzeitigen Regierung, eine pauschale, unbeschränkte Solidaritätserklärung zu liefern???

Hans, sie tun es nicht nur, wenn oder weil sie Verwandte in Israel haben. Ich hoffe, es ist keine Anmaßung, wenn ich (Nichtjüdin) behaupte, Israel habe für Juden in der ganzen Welt einen besonderen Stellenwert. Es ist für sie kein Land wie jedes andere (für mich übrigens auch nicht), auch nicht für diejenigen, die nicht dort leben und dies auch nicht beabsichtigen.

Unbeschränkte Solidarität mit Israel kann ich nur bejahen. Das heißt nicht unbeschränkte Zustimmung zu jeder politischen Entscheidung oder zu allen gesellschaftlich-sozialen-religiösen Tendenzen und Entwicklungen in diesem Land. Wie schon gesagt, mein Eindruck ist, dass die schärfsten Kritiker immer wieder aus den eigenen Reihen, aus dem eigenen Land kommen. Israel ist zweifellos eine funktionierende Demokratie, mit allen Licht- und Schattenseiten, die mit seiner Entstehungsgeschichte und dauernd bedrohten Existenz nun einmal zusammenhängen.

Monika
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Schwarzmann

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Posted on Thursday, June 14, 2001 - 02:36 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@monika
...Unbeschränkte Solidarität mit Israel kann ich nur bejahen. Das heißt nicht...
Anscheinend haben wir aneinander vorbeigeredet.

Dennoch glaube ich nicht, dass die Solidarisierung des ZdJ in deinem Sinne gemeint war, eher im Gegenteil.

Leider bleiben diesbezügliche E-Mails an den ZdJ oder an Michael Friedmann unbeantwortet.