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Juttagrimm
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 09:14 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Iris,hallo Nikolaus,
wahrscheinlich habt ihr beide Recht.
Da man derart möglichen subtilen Antisemitismus nicht nachweisen kann, scheint mir Monikas Vorschlag am besten:
<<<Man kann ja mal als zufälliger
website-Besucher bei den Herausgebern eine Nachfrage
stellen. <<<
Steter Tropfen höhlt den Stein...
Jutta
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Hartmut
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 09:18 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@nld

neenee. Eine alte Erfahrung; es bedarf nicht einmal besonderer sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse: In der feineren Gesellschaft sagt man nicht "Nigger", man meint es "bloss" - und verbirgt seinen Rassismus hinter Pseudo-objektiven Einwänden. Fragen Sie einmal die Diskriminierten selber. Und diese Diskriminierten haben dann nur noch wenig Lust, sich ihre ständigen Ausgrenzungserfahrungen auch noch als selbstverursachten Wahrnehmungsfehler, als eigene Neurose aufschwatzen zu lassen. Dass dies in einem oder zwei von Hundert Fällen auch zu Ungerechtigkeiten führen kann...je nun. Fragen Sie mal die deutsche 800m-Meisterin Linda Kisabaka (inzwischen, glaub ich, nicht mehr aktiv), wer, und zwar vorhersagbar, zur genaueren Kontrolle herausgewunken wurde vom BGS, wenn die deutsche Leichtathletik-Nationalmanschaft von einem Sportfest zurück zum Flughafen Frankfurt/Main kehrte. Ein Schelm, wer böses dabei denkt? Ja, ein Schelm. Ich bin sehr für schelmisches Wesen.
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 10:36 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Iris:

"die Folge ist: Ich bin von bestimmten Möglichkeiten ausgeschlossen! Und das zählt letztlich"
Richtig, also, genau das selbe, was jedem im Leben immer wieder passiert. Wo ist der Zusammenhang mit dem ismus?

Zu Ihrem ersten Satz ("für den, den es trifft, ist es völlig egal von den Auswirkungen"), darf ich den zitieren in meiner Diskussion mit Daniel1 über das Leiden der Palästinenser?
Gruß,

Nikolaus
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 10:45 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Hartmut:

"man"
Immer wieder erstaunlich, was "man" über die anderen "man" so alles weiß; oder meint zu wissen.

Die, die das Perzeptionsproblem hier nun so negieren, sind entweder phänomenal glückliche Menschen (noch nie den Eindruck gehabt, zum Beispiel auf Ihrer Arbeit, dass jemand ihnen nicht wohl gesinnt ist, obwohl Sie sich eigentlich eingestehen müssten, dass Sie für dieses Vermuten nicht wirklich objektive Grundlagen haben?) oder sie negieren eben die Wirklichkeit. Anders gesagt: all die vielen armen Menschen (ich gehöre dazu), die ständig den Eindruck haben, dass die anderen unzufrieden mit ihnen sind, sind ja kein Beweis dafür, dass der Rest der Welt tatsächlich unzufrieden ist.
Im Gegenteil, der einzige Zweig in der therapeutischen Psychologie, der mich je richtig überzeugen konnte, ist der der Perzeptionsbeeinflussung.
Nikolaus
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Neugier
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 11:05 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Nikolaus,

dann ist es wohl ein Perzeptionsfehler, wenn mir fremde Leute ungefragt uebers Koepfchen streicheln, seitdem ich Rollstuhl fahre?

Wahrscheinlich ist es auch ein Perzeptionsfehler, wenn ich ploetzlich im Laden nur noch Subjekt-Praedikat-Objekt-Saetze zu hoeren bekomme, die sogar ein Kleinkind verstuende.

Und daß die Jobs alle ploetzlich immer schon vergeben sind, sobald herauskommt, daß ich zum Vorstellungsgespraech rolle, liegt bestimmt auch nur an meiner fehlgeleiteten Wahrnehmung.

Ich sollte Kurse in positivem Denken belegen und haeufiger Pippi-Langstrumpf-Kassetten hoeren. Darin heißt es: Wir machen uns die Welt, widde, widde, wie sie uns gefaellt.

Dann klappt's auch wieder mit dem Selbstbetrug - huch, natuerlich mit der richtigen Perzeption.

Khalifee
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Hartmut
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 11:52 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ nld

Mit "man" waren eben gerade nicht Sie gemeint. Sie sind eher unter den ein, zwei Ausnahmen zu subsumieren...

Über das Problem der "Untertöne" haben wir hier ja schon ausgiebig geredet. Darüber, dass einige hier - häufig auch Unberufene - sich nur noch mit Untertonriecherei beschäftigen (was "es" wohl sein mag, was da aus denen spricht) und gar nicht mehr auf Inhalte selber eingehen, werden wir schnell Einigkeit herstellen.

Das Problem ist eben bloss dies: Dass Erfahrungen wie gerade eben von Kahlifee geschildert leider Legion sind.

(Message edited by hartmut on August 22, 2002)
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Sven
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 12:39 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Thema Perzeption, Intention.

Ich denke, Antisemitismus ist letztlich immer ein Problem der Intention, aber diese muss nicht immer bewusst sein. Das heisst,es gibt (viele) Fälle, wo Leute ernsthaft sagen, dass sie es nicht so gemeint hätten, aber im Prinzip im Kopf auf antisemitische Denkmuster zurückgreifen. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen Leute etwas meinen, es aber nicht sagen, obwohl sie wissen, dass sie es meinen. Vielleicht sollte man eher sagen, eine Frage der Einstellung als der Intention, da Intention eigentlich per Definition bewusst ist.
Vielleicht kann man sich ja auf folgendes einigen? Die Ansicht über sich selbst, nicht antisemitisch zu sein, ist kein Beweis dafür, ebensowenig ist die Ansicht über andere, dass diese antisemitisch sind, ein Beweis für das Gegenteil.

mit freundlichen Grüßen
Sven
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Sven
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 12:41 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Beides sollte man aber zunächst mal ernstnehmen und in die eigenen Überlegungen miteinbeziehen.
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 01:50 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Neugier, Iris und andere:

Gehen wir mal wieder zurück zur Ausgangsposition, dem Rassisimus: reden wir nun über eine Verhaltensweise, die primär übel ist, korrekturbedürftig und gleichzeitig auch korrekturfähig, nur bei manchen Menschen anwesend, eventuell bei manchen Völkern gehäuft und bei anderen weniger?
Oder reden wir dagegen über extrem allgemeine Probleme des zwischenmenschlichen Umgangs, von denen keiner gespart bleibt, die keinem fremd sind, die in der ein oder anderen Form, sowohl aktiv wie passiv (!), in jedem Leben eine Rolle spielen, die nicht an bestimmte Regionen, Völker oder was auch immer gebunden sind?; Probleme des zwischenmenschlichen Umgangs, die nur durch stark entwickelte Selbstreflektion verringert werden können, und dann auch nur partiell; stark entwickelde Selbstreflektion, die in starkem Maße abhängig ist davon, ob man die Gelegenheid hatte zu einer überdurchschnittlich guten Erziehung und Ausbildung, die also einfach realistischerweise nicht allgemein vorrausgesetzt werden können, nicht hier und nicht anderswo, und wovon nur gehofft werden kann, dass sie im Lauf der Generationen eine allmähliche stärkere Verallgemeinerung erfahren werden?

Konkret:
Die ersten beiden Beispiele, die Sie geben, zeugen in dieser konkrete Form von etwas überdurchschnittlichem Mangel an Selbstreflektion, da müssen Sie mit Ihrer Umgebung offenbar etwas überdurchschnittlich Pech haben.
Um das Problem scharf zu stellen, will ich aber mal ein Beispiel geben, bei dem ich selbst (ich übler Mensch) mich vor kurzem unsicher gefühlt habe: Am Straßenrand eine Rollstuhlfahrerin, offenbar mit dem Wunsch, die andere Straßenseite zu erreichen (kein Zebrastreifen in der Nähe); reflexmäßig trat ich auf die Bremse, was ich - bei aller guten Laune - bei irgend einem andern x-beliebigen am Straßenrand nicht machen würde; während das Auto zum Stillstand kam, zwang sich mir plötzlich die Frage auf, ob ich die Rollstuhlfahrerin damit diskriminiert hatte (glücklicherweise nahm mir das freundliche Lächeln den größeren Teil meiner Sorgen).
So, und jetzt stellen wir die Frage noch etwas schärfer: der (Rollstuhlfahrer inclusive), der bei der unerwarteten Begegnung mit einem Schwerverbranten nicht reflexmäßig (und - seien wir ehrlich - sich ziemlich in Not fühlend) nach der richtigen Haltung und dem richtigen Blick sucht (und somit den anderen discriminiert), der werfe den ersten Stein.

Zurück zur Ausgangsfrage: reden wir eigentlich über ein Problem, über das man Vorwürfe machen kann (den "Deutschen" zum Beispiel, wie hier ganz gern geschieht), oder reden wir über die conditio humana?
Gruß,

Nikolaus
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Miriam
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 03:09 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hi Nikolaus,
ich muss ein Veto einlegen weil ich z.B. gar nicht so denke wie sie - insbesondere beim Autofahren. Sie schreiben: reflexmäßig trat ich auf die Bremse, was ich - bei aller guten Laune - bei irgend einem andern x-beliebigen am Straßenrand nicht machen würde;"
Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich tu das eigentlich recht haeufig, bei x-beliebigen, und wissen sie warum? Ganz einfach, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Menschen dann laecheln, manchmal winken, und ich laechle zurueck, und das gefaellt mir immer!
Und nein, ich spuere keine Verunsicherung wenn behinderte Menschen um mich rum sind. Ich hatte mal einen blinden Chiropraktiker, den ich laengere Zeit nicht mehr gesehen hatte und ihn deshalb mit den haeufig gebrauchten Worten begruesste: "Hallo, schon lange nicht mehr gesehen!" Hoppla! Er lachte bloss und "sagte, das stimmt so nicht, denn ich habe Sie ja noch nie gesehen." Er war nicht boese, und ich fuehlte auch keine Scham oder dergleichen. Ich lachte einfach mit ihm. Warum auch nicht ?
Ich habe ein paar Wochen lang mit einer Rollstuhlfahrerin gearbeitet. Wir haben so viel erzaehlt, und gelacht und ich lief neben ihr her, und den Rollstuhl den habe ich nicht mehr bemerkt! So als gaebe es den gar nicht. Es war verblueffend. Ich habe ihr das dann auch ganz offen so gesagt. Manche Leute verkrampfen sich, sobald sie behinderte Menschen vor sich haben.
Und warum sich manche Leute verkrampfen, wenn sie auf juedische Menschen treffen, kann ich auch nicht verstehen, bei Chinesen passiert das doch auch nicht, oder ? (Sonst waeren die ganzen netten China-Wok-Schnellimbisse bankrott).

Also dieser subtile, versteckte Rassismus den gibt es tatsaechlich, allerdings gibt es auch Menschen, die eventuell ueberreagieren und Floehe husten hoeren.
Freundliche Gruesse
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Carol
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 03:33 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Iris,

Deine Berliner Website ist super: reich an Informationen, ausführlich bis ins kleinste Detail, übersichtlich in der Gestaltung, interessant und lehrreich für jedeN, die/der sich in Geschichte und Gegenwart des gesamten Spektrums des Berliner Judentums kundig machen möchte. Mit einem Wort: professionell - ich bin schwer beeindruckt!

Umso wütender macht (mich) die - egal wie subtile - eindeutig antisemitische Ausgrenzung Deiner Person aus dem angekurbelten touristischen Berlin-Projekt, das im Jahre 2000 über die Seilschaften "inszeniert" wurde.

Der Eindruck der Inszenierung drängt sich auf durch das Einkassieren diverser Wirtschafts- und Tourismus-(Web-)Preise, für deren Erlangung das Integrieren jüdischer "Angebote" als Aushängeschild für German political correctness zwar willkommen war, die praktische Umsetzung letzterer jedoch offensichtlich nicht im Rahmen der "Touristischen Informations-Norm" (TIN) mitenthalten zu sein scheint.

Diese aber verlangt in den Punkten "Darstellungsanfrage einer Sonstigen Touristischen Leistung" und "Spezifische Mediennutzung" ganz klar, die "Darstellung der kompletten Stammdaten einer Sonstigen Touristischen Leistung" durch Internetpräsentation von u.a.:
  • E-Mail-Listen/ Newsletter
  • Chats
  • Videos
  • Sound
  • Datenbanken
  • Elektronische Postkarten
  • Live-Cam
  • Personalisierten Seiten
  • Externen Links
Dies durchzusetzen erfordert allerdings entsprechende Nachfrage bzw. Anmahnung.

Und hier, liebe Jutta, könnten wir ansetzen. Bzw. diejenigen auf der anderen Seite des Atlantiks, für die Iris' Angebot im Rahmen der Berliner Tourismus-Sites gedacht ist. Im oben verlinkten Hagalil-Artikel sind allerdings auch klar die Ressentiments der amerikanischen Juden beschrieben, für die Deutschland als touristisches Ziel immer noch mega-out ist. Ein bedrückender Zustand somit für die jüdischen Bürger hierzulande. In diesem Zusammenhang halte ich auch den derzeitigen gehässigen Ton in diesem unserem Forum für diese Berlin-Tourismus-Sache mehr als abträglich. Surfer, die von der HaGalil-Site zu uns kommen, um sich vom funktionierenden Miteinander zu überzeugen, werden in ihrer Ablehnung und ihren Vorbehalten nur bestätigt. Mir drängt sich der Verdacht auf, daß vielleicht genau das von einigen hier beabsichtigt ist...

Gruß
Carol
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 04:35 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Miriam:

Das Lächeln an sich finde ich auch schön, aber wenn ich für jedes potentielle Lächeln die Bremse reinhauen würde, dann könnte ich die Kosten an verschlissenen Reifen nicht mehr zahlen (vielleicht fahren Sie ja insgesamt etwas langsamer wie ich). Also, wenn sich noch jemand gemüßigt sieht, auf meine desbetreffende Beschreibung zu reagieren, dann gehe der bitte von einem Fahrstil aus, der es nicht zulässt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit eines Lächelns zu bremsen.

Zum ernsteren Teil: natürlich kann man Sie nur dazu beglückwünschen, dass Sie keine Verunsicherung empfinden; offenbar sind sie eben einer der glücklichen, aber nicht so häufigen, selbstsicheren Menschen. Viele andere sind das nicht, sind darum aber keine schlechten Menschen.
Soviel zum Verkrampfen bei behinderten Menschen (jetzt stellen Sie sich mich bitte nicht völlig verkrampft vor, aber wir sprachen ja über Subtilitäten).

Zum Verkrampfen bei Juden und Chinesen: ich wüsste auch nicht, warum man Juden gegenüber mehr verkrampfen sollte, bin aber auch überzeugt, dass das nicht geschieht. Soviel zum relativen Verkrampfen, zum absoluten Verkrampfen dagegen: Es sei denn, man ist überdurchschnittlich selbstsicher, muss man eben dafür Verständnis haben, dass die große Wahrscheinlichkeit, im Umgang mit einem Chinesen Fehler zu machen, zu einem gewissen Stress führt; und Sie können schwerlich bestreiten, dass die Wahrscheinlichkeit zu missverständlichen Fehlern groß ist. Nehmen wir mal ein einfaches Beispiel: Sie sitzen mit einer freundlichen russischen Familie, Vater höherer Offizier, in einem kirgisischen Kleinbus. Sie unterhalten sich glänzend, und bereits wenn die letzten Häuser der Hauptstadt am Horizont verschwunden sind, kommt die (erste) Vodkaflasche zum Vorschein. Sie wissen, dass Sie körperlich auf das, was jetzt kommen soll, nicht eingestellt sind. Wie groß errechnen Sie sich die Chance, aus dieser Situation zu entkommen ohne größere, die Kommunikaation beeindrächtigende, Fehler zu machen? Ich erzähle das nicht, um darum den Schluss zu ziehen, dass man sich abschotten soll, ganz im Gegenteil. Aber ich erzähle es, um um Verständnis zu werben dafür, dass die nicht extrem Selbstsicheren eben leichter mal "verkrampfen".
Gruß,

Nikolaus
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Iris
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 04:43 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

NLD schrieb:
Die ersten beiden Beispiele, die Sie geben, zeugen in dieser konkrete Form von etwas überdurchschnittlichem Mangel an Selbstreflektion, da müssen Sie mit Ihrer Umgebung offenbar etwas überdurchschnittlich Pech haben.

Ach so, jetzt ist es nicht mehr das Mißverständnis, das Versehen oder die mangelnde Perzeption, sondern das "überdurchschnittliche Pech". Was kommt als nächstest auf Tapet?

Was meinen Sie denn mit dem mir unterstellten Mangel an Selbstreflexion?

Iris
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 05:07 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Iris:

Aus dem gesamten Zusammnehang hätte eigentlich eindeutig hervorgehen müssen, dass sich der überdurchschnittliche Mangel an Selbstreflektion nicht auf Sie, sondern auf die beziehen, die Sie "uebers Koepfchen streicheln". Könnte es sein, dass Sie beim Lesen meines Postings nicht unvoreingenommen waren?
Vielleicht lesen Sie's einfach nochmal; was ich meinte mit Selbstreflexion und der Bedeutung selbiger im Vermeiden derartiger Sachen (eben das "uebers Koepfchen streicheln") habe ich darin ja dargelegt.

So, und warum sage ich "überdurchschnittliches Pech"?: ich gehe beruflich um mit Leuten im Rollstuhl, und zu den meisten habe ich ein ausgesprochenes Vertrauensverhältnis; die würden's mir schon erzählen, wenn Ihnen derartiges regelmäßig widerfahren würde, oder gar "nur noch", wie Ihnen; darum nenne ich das überdurchschnittliches Pech. Das nimmt natürlich nicht weg, dass auch an mehr durchschnittlichen Situationen durchaus Verbesserungsbedarf besteht; aber überdurchschnittliches Pech lässt sich eben nicht vergleichen mit Durchschnittssituationen.
Und was als nächstes auf's Tapet kommt? Na ganz einfach: ähnliche Selbstverständlichkeiten, je nach dem, was Sie noch zu berichten haben.

Nikolaus
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Carol
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 05:17 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

während das Auto zum Stillstand kam, zwang sich mir plötzlich die Frage auf, ob ich die Rollstuhlfahrerin damit diskriminiert hatte

Zum ernsteren Teil: natürlich kann man Sie nur dazu beglückwünschen, dass Sie keine Verunsicherung empfinden; offenbar sind sie eben einer der glücklichen, aber nicht so häufigen, selbstsicheren Menschen.

ich gehe beruflich um mit Leuten im Rollstuhl, und zu den meisten habe ich ein ausgesprochenes Vertrauensverhältnis

was denn nu?!
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 05:30 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Carol:

"was denn nu?!"
Ganz einfach mal nicht simplistisch sehen; sehen Sie irgendwo unüberwindliche Gegensätze? Oder sehen Sie die Welt gerne einfach, wenn's denn gerade passt?
Vielleicht hilft's ja, wenn ich noch mal darauf hinweise, dass wir von Subtilitäten reden; kein Grund, sich mich verkrampft über den Boden rollend vorzustellen.
Oder haben Sie sprachliche Schwierigkeiten mit dem Unterschied zwischen Selbstsicherheit und Vertrauensverhältnis? Könnten Sie sich vorstellen, dass eine limitierte Selbstsicherheit sehr nützlich sein könnte zur Entwicklung von Vertrauensverhältnissen?

Kurzum, ich kann nur hoffen, dass mich mein Gefühl täuscht und dies nicht wieder mal ein Versuch war, die Gürtellinie zu unterschreiten.

Nikolaus
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Carol
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 06:05 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Könnten Sie sich vorstellen, dass eine limitierte Selbstsicherheit sehr nützlich sein könnte zur Entwicklung von Vertrauensverhältnissen?

nein. der berufliche umgang - egal ob als medizinerIn, pflegerIn, therapeutIn oder lehrerIn - erfordert ein gepflegtes und natürliches maß an selbstsicherheit, ansonsten die eigenen unsicherheiten selbst diskriminatorisch wirken. warum? weil die/der "betroffene" - schon wieder mal - das eigene "egolein" in den mittelpunkt stellt. mittelpunkt, wohlgemerkt - weiter runter geht mein interesse nicht.

Carol
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 06:13 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Carol:

"gepflegtes und natürliches maß an selbstsicherheit"
Kein Wunder, dass in diesen Berufen so haarsträubend viel schief geht. Aber glücklicherweise gibt's ja zumindest eine Gruppe, die vom gepflegten und natürlichen maß an selbstsicherheit profitieren, die Rechtsanwälte. Aber wir kommen wohl sehr weit vom Thema ab und begeben uns auf ein Gebiet, in dem ich einen riesigen Erfahrungsvorsprung habe; lassen wir's lieber, versteht vermutlich doch keiner.
Nikolaus
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 06:16 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

"erfordert"
Berufsverbot für 80-90% der Menschheit?
Oder fehlt's irgendwo an der Selbsteinschätzung
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Carol
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 06:23 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Aber wir kommen wohl sehr weit vom Thema ab und begeben uns auf ein Gebiet, in dem ich einen riesigen Erfahrungsvorsprung habe; lassen wir's lieber, versteht vermutlich doch keiner.

außer...?

Oder fehlt's irgendwo an der Selbsteinschätzung

offensichtlich

(ende der durchsage)



(Message edited by Carol on August 22, 2002)
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 06:31 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Na Carol,

dann sind Sie mal nicht suggestiv, kommen Sie zur Sache. Wenn Sie meinen, dass wir die andern mit so etwas Themenfremdem nicht langweilen, will ich gerne in's Detail gehen (einfach nur die Folgen der Selbstsicherheit von heut und gestern zum Beispiel); aber dann müssen Sie erst mal sehen lassen, wo Sie die Rechtfertigung zum Rotstift holen (die sollte man immer haben, wenn man sich erlaubt, den Rotstift zu hantieren); denn ich habe nicht die Absicht, mich über dieses Thema müde zu machen, wenn nicht wirklich eine Chance besteht, dass Sie verstehen, was ich meine; ein durchschnittlicher Arzt in Facharztausbildung versteht's nicht.
Nikolaus
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 06:33 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Ugh,

ich sehe, dass Sie in zweiter Instanz die Sicherheitsleine gezogen haben. Doch praktisch, so eine Edit-Funktion.

Nikolaus
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Neugier
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 07:19 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Carol,

ist doch klar - der Herr Experte weiß mal wieder viel mehr als arme kleine Krueppelchen, die er ja anscheinend erfolgreich therapiert oder beflegt. Hoffentlich erntet er so das ihm geschuldete Maß an Dankbarkeit.

Khalifee
die gar nicht soviel kotzen kann, wie ihr gerade schlecht wird
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Susanna
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 07:24 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@nld: Sie schrieben: (...) ich wüsste auch nicht, warum man Juden gegenüber mehr verkrampfen sollte, bin aber auch überzeugt, dass das nicht geschieht.(..)
Na, dann seien Sie mal weiter überzeugt. Aber gestatten Sie bitte jüdischen Menschen, dass sie diese Erfahrung tatsächlich so erleben und Ihre Wahrnehmung in diesem Fall einfach eine ganz andere ist. Ich möchte jetzt nicht in meine persönliche "Mottenkiste" greifen, aber glauben Sie mir einfach, das ich schon oft (ja, ich wiederhole: oft) leider mit diesem Phänomen konfrontiert gewesen bin und aus Erzählungen von jüdischen Freunden und Bekannten weiss, dass ich damit nicht alleine stehe.

Susanna
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 09:49 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

"die gar nicht soviel kotzen kann, wie ihr gerade schlecht wird"
Ich frage mich jetzt nur, ob im Forum wirklich wieder jemand neues aufgetaucht ist mit dem brutalen "Stil" der Argumentlosigkeit, oder ob das nur das Gehabte unter anderem Namen ist. Hoffen wir mal das letztere, auch wenn mich das Getue mit Pseudonymen schon anwidert.
Nikolaus
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Nld
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 10:11 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

@ Susanna:

Ich bin völlig überzeugt, dass Wahrnehmungen sehr unterschiedlich sein können. Aber andereseits darf man sich doch die Frage stellen, ob angesichts so viel Subjektivität es wirklich angemessen ist, Leute, die sich - wieder ihrer eigenen Meinung nach - anstrengen, 's recht zu machen, zu culpabilisieren mit Vorwürfen, die so extrem formuliert sind, dass sie sie nicht verstehen können.
Statt sich zu baden in dem Genuss der Sicherheit, dass die andern alles falsch machen (ich behaupte nicht, dass Sie selbst das tun, aber hier im Forum kommt es vor), könnte man sich ja auch konzentrieren auf die wirklichen Probleme, und die Fehler, die mehr zu tun haben mit der conditio humana als mit Fehlverhalten, von dem man selbst frei ist, in ihrer angemessenen Proportion belassen.

Oder noch mal anders formuliert: Sie wissen ja, was die Definition von "Norm"al ist. Wenn man darauf besteht, dass 95% Antisemiten sind (hier gelesen), dann bleibt nicht viel anderes übrig als zu konkludieren, dass Antisemitismus normal ist. Ich glaube, dass eine Definition von Antisemitismus, die ausreichend spezifisch gefasst ist, sodass Antisemitismus nicht normal ist, im Endeffekt nützlicher ist; die engere Definition könnte der Bekämpfung dienen, die extrem breite Definition kann höchstens der Augmentation von Hass dienen (der leider offenbar bei manchen Genussempfindungen hervorruft).
Gruß,

Nikolaus
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Lisas
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Posted on Thursday, August 22, 2002 - 11:34 pm:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Falls Sie mich für Khalifee halten, Nld - nein, ich bin es nicht.

Ich schaue z. Zt. zu, wie dieses Forum an seinem Stammteam und an den Neuzugängen Ihres Schlages eingeht, und weiss nicht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte. Eher letzteres.

Falls jemand ein paar bessere Internet-Adressen haben möchte (leider nur English und Russisch), kann er/sie sich an mich privat wenden: inzwischen funktioniert das Messaging-System. Natürlich könnten auch all diejenigen, die mir nette Mails schreiben, hier endlich auch mal posten.
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Rita
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Posted on Friday, August 23, 2002 - 12:17 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Also Lisas, Sie haben schon vor langer Zeit immer wieder aufgerufen Hagalil zu boykottieren, es sei hier alles so beschissen, dass man endlich weggehen müsse, sich was anderes suchen. Immer wieder wussten sie auch bessere Angebote anzupreisen. Wenn Sie sich nun einbilden, ihr lange gehegter Wunsch ginge endlich in Erfüllung, dann freuen sie sich doch, vor Freude weinen müssen sie aber nicht gleich, oder haben sie soviel Herzblut da rein gesetzt?
Wenn ich bedenke wieviel sie gerade hier die Stimmung beeinflussen, dann verstehe ich nicht, wie sie jetzt so vollkommen losgelöst tun können, als seinen sie nur ein harmloser bystander.
Eine Verknüpfung zwischen ihrem eigenen Handeln und den Ereignissen die um sie herum geschehen, scheint für sie aber nur sehr schwer greifbar zu sein. Ich wünsche ihnen wirklich, dass sie dies eines Tages zusammenbringen.